Als Gemeindeleiter ist Pfarrer Karl-Heinz Gorges in Saarwellingen seit 12. Oktober 1997 tätig. Er wurde 1942 in Heiligenwald (Saar) geboren, empfing 1968 die Priesterweihe und war anschließend als Kaplan in Trier-Ehrang für drei Jahre tätig. 1972 wurde er Vikar in Trier-Ehrang, doch schon 1973 berief man ihm zum Militärpfarrer in Idar-Oberstein. Zehn Jahre wirkte er dort, bis er 1983 zum Pfarrer in Nonnweiler ernannt wurde, 1989 auch Dechant des Dekanates Tholey. Im Mai 1997 erhält er die Ernennung zum Pfarrer von Saarwellingen. Sein größtes Hobby: Singen, Singen, Singen. Deshalb ist er auch Mitglied im Friedrich-Spee-Chor in Trier. Der Montag ist sein "Heiliger Tag".
Als Pfarrer dieser Gemeinde heiße ich Sie herzlich willkommen.
Saarwellingen liegt im Herzen des Saarlandes, nahe bei Saarlouis. Im Jahre 2000 konnte die Pfarrei auf 100 Jahre Pfarrei St. Blasius / St. Martinus in Saarwellingen zurückblicken, wobei die frühesten christlichen Zeugnisse bis in das neunte bzw. zehnte Jahrhundert zurückreichen.
100 Jahre Pfarrgemeinde St. Blasius und St. Martinus. Geht uns da das Lied durch den Kopf "Ein Haus von Glorie schauet weit über alle Land?" - Ja, unsere Kirche ist eine schöne Kirche - weithin sichtbar. Ein Haus von Glorie. Doch - dürfen wir uns sonnen im eigenen Glanz?
Kirche ist nicht allein das Gebäude. Kirche, das sind Menschen, das sind WIR. Und diese Kirche ist aufgebaut auf Christus, auch wenn uns das nicht immer in den Kram passt. Kirche - Gemeinschaft der Glaubenden - besteht aus Menschen und wird durch Menschen geprägt; aber im Geiste Jesu.
Diese Kirche steht heute - an der Schwelle des dritten Jahrtausends - auf dem Prüfstand. Immer mehr Menschen suchen ihr Glück, den Sinn des Lebens, außerhalb der Gemeinschaft der Christen. Ist die Kirche heute noch eine Alternative?
Zeigt sie uns den richtigen Weg?
Die Kirche führt uns - das ist unser Glaube - in die festliche Versammlung des himmlischen Jerusalem, wo wir alle Anteil erhalten am göttlichen Leben. Das garantiert uns der Erbauer, der Grundstein: Jesus Christus.
Weil wir diese "Sicherheit" haben, können wir die heutige, vorläufige und menschliche Kirche annehmen, mit und in ihr leben und sie zu verändern suchen - vielleicht im Sinne von Kardinal Franz König, Wien, der von der Kirche fordert:
"Die Kirche heute soll eine einladende Kirche sein;
eine Kirche der offenen Türen,
eine wärmende und mütterliche Kirche,
eine Kirche der Generationen,
eine Kirche derer, die vor uns waren, die mit uns sind
und nach uns kommen."
Die Kirche Jesu muss eine Kirche des Verstehens, des Mitdenkens und Mitfühlens sein; eine Kirche, die mit dem Menschen lacht und weint und der nichts fremd ist. Eine Kirche, die wie eine Mutter auf ihre Kinder warten kann; aber auch eine Kirche, die ihre Kinder sucht und ihnen nachgeht.
Die Kirche Jesu muss eine Kirche sein, die die Menschen dort aufsucht, wo sie sind: bei Arbeit und Vergnügen; eine Kirche der festlichen Tage und des täglichen Kleinkrams; eine Kirche der Kleinen, der Armen; der Mühseligen und Beladenen; eine Kirche derer, die im Schatten stehen; der Weinenden und Trauernden; eine Kirche der Würdigen und Unwürdigen - der Heiligen und Sünder. Nicht eine Kirche der frommen Sprüche, sondern der helfenden Tat. Die Kirche Jesu muss eine Kirche des Volkes sein.
Pfarrer Karl-Heinz Gorges, Saarwellingen