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In diesem Monat....

Liebe Mitchristen,
am 13. Oktober 2019 wird die Kirche St. Pius durch ein Dekret von Bischof Dr. Stephan Ackermann profaniert.
Dieser Profanierung ging ein längerer Prozess voran, in dem die pfarrlichen Gremien und der Priesterrat befragt wurden. Dennoch bleibt das Aufgeben einer Kirche nicht allein ein Verwaltungsakt, sondern eben auch ein emotionales Ereignis. Wie jeder Abschied ist auch die Aufgabe einer Kirche mit Schmerzen verbunden. Die vielen persönlichen und öffentlichen Ereignisse, die mit dem Gebäude Kirche in den letzten 60 Jahren verbunden sind, sind und bleiben vielen Menschen in Erinnerung.
Gerade in den letzten Wochen wurde mir bewusst, dass ich hier in St. Pius vieles zum letzten Mal erlebe, die letzte Taufe, der letzte Gottesdienst der Waldschule usw. Wenn auch die Kirche veräußert wird, so heißt dies jedoch nicht, dass sich die Kirche zurückzieht. Eine Sammlung von Christinnen und Christen wird auch weiterhin in Saarwellingen möglich sein, eben in St. Blasius. Christsein lässt sich nicht auf ein Gebäude oder eine Struktur festlegen, sondern Christen sollen Gesellschaft prägen. Sicher braucht es Orte der Sammlung, der Stärkung in der Beziehung, in der Sakramentenspendung und im Gebet zu Gott, die jedoch auch eine wirkliche Sammlung sind und nicht in die Vereinzelung führen. Der Rückgang der praktizierenden Christen (nicht nur Katholiken) legt nahe, solche Orte der Sammlung zu schaffen, um auch ansprechende Feiern zu gestalten. So wird es in den nächsten Jahren auch Diskussionen um Gottesdienstzeiten und Gottesdienstorte geben, damit eine wirkliche Sammlung möglich ist.
Ich möchte Sie bei allem Abschiedsschmerz (oder auch einer gewissen Wut) auch ermutigen, nicht zu resignieren, sondern sich neu auf Kirche einzulassen und diese auch mit zu gestalten und zu prägen. Unser Bistum, unsere Kirche in Deutschland, steht vor größten Herausforderungen. Darin sehe ich auch eine Chance, dass Gläubige motiviert und zueinanderfinden, eben in der Sammlung.
Ich persönliche finde immer noch im Schreiben unseres Papstes Franziskus „Evangelii gaudium“ folgenden Abschnitt bedenkenswert:
„Brechen wir auf, gehen wir hinaus, um allen das Leben Jesu Christi anzubieten! Ich wiederhole hier für die ganze Kirche, was ich viele Male den Priestern und Laien von Buenos Aires gesagt habe: Mir ist eine „verbeulte“ Kirche, die verletzt und beschmutzt ist, weil sie auf die Straßen hinausgegangen ist, lieber, als eine Kirche, die aufgrund ihrer Verschlossenheit und ihrer Bequemlichkeit, sich an die eigenen Sicherheiten zu klammern, krank ist. Ich will keine Kirche, die darum besorgt ist, der Mittelpunkt zu sein, und schließlich in einer Anhäufung von fixen Ideen und Streitigkeiten verstrickt ist. Wenn uns etwas in heilige Sorge versetzen und unser Gewissen beunruhigen soll, dann ist es die Tatsache, dass so viele unserer Brüder und Schwestern oh-ne die Kraft, das Licht und den Trost der Freundschaft mit Jesus Christus leben, ohne eine Glaubensgemeinschaft, die sie aufnimmt, ohne einen Hori-zont von Sinn und Leben.“ (EG 1,49)
Sicherlich kann man diese Worte des Papstes als visionäre Worte verstehen, aber sie bedeuten zugleich eine Herausforderung an uns alle.
Die Räte der Kirchengemeinde sind auch froh, mit der Lebenshilfe einen Käufer gefunden zu haben, der den christlichen Aspekt der Sorge für Menschen am Herzen liegt, ähnlich im Sinne Jesus Christus. Gerade die Errichtung eines Kindergartens und einer Wohngruppe machen deutlich, dass hier etwas für Menschen getan wird, was wichtig, ja unabdingbar ist. So wünsche ich der Lebenshilfe eine gute Hand bei der Hilfe für diese Menschen.
Liebe Mitchristen,
Christen sind und bleiben „lebendige Steine“ (1 Petr 2,5) im Hause Gottes. So lade ich Sie ein, gemeinsam Abschied zu nehmen, am Sonntag, dem 13.10.2019, um 10:00 Uhr in St. Pius zum Pontifikalamt mit Weihbischof Robert Brahm.

Ihr Pastor
Bernd Seibel

 



Fotoheft von St. Pius

Zur Erinnerung an die Kirche St. Pius hat Frau Höhne ein Heft mit Fotos zusammengestellt. Dieses Heft kann nach der Profanisierung im Pfarrbüro bestellt und angesehen werden.