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In diesem Monat....

Liebe Mitchristen,

wenn Sie diesen Pfarrboten in den Händen halten, ist das neue Jahr 2019 bereits einige Tage alt und vermutlich sind Sie - nach hoffentlich wohltuenden Weihnachts- und vielleicht Ferientagen - wieder ganz in Ihrem Alltag angekommen. Vielleicht hatten Sie noch das alte Jahr Revue passieren lassen: auf all das Gute froh und dankbar zurückgeblickt und das Schwere angeblickt und betrauert. Manches wird Sie auch im neuen Jahr begleiten; der Kreislauf des Lebens stoppt ja nicht einfach und beginnt von vorne. Sie sind im Prinzip „immer noch die Alten“.
Und dennoch: Es ist nicht zu übersehen, dass es einen Neuanfang gegeben hat. Zumindest doch einen kalendarischen: die Zahlen haben sich verändert, sind vorangeschritten und die Monate treten in einen neuen Kreislauf ein und beginnen ihren Reigen von vorne. – Eigentlich ja auch alltäglich. Und je älter man wird, umso mehr. „Es ist doch immer das Gleiche – kennen wir schon“, höre ich von meinen älteren Verwandten.
Und noch einmal dennoch: Vielleicht, weil es der Kalender angezeigt hat, aber auch ohne das, mitten im Alltag, darf Gelegenheit sein, sich zu justieren. Sich nicht zufrieden zu geben mit dem, was sowieso immer das Gleiche ist. Sich anfragen zu lassen. Sich selbst zu befragen. Und sich vom Leben anderer Menschen (gegenwärtige, wie vergangene) inspirieren zu lassen.
„Was willst du, dass ich dir tue?“, fragt Jesus im Lukasevangelium (Lk 18, 40ff) einen Blinden, der unbedingt und eindringlich Jesu Hinwendung gefordert hatte.
Was ist dein Bedarf, um besser leben zu können? Was brauchst du? Wer willst du sein? Und wie willst du leben? Woran möchtest du dich orientieren? Das fragt Jesus für mich damit implizit mit. Und er stellt sie nicht nur dem Blinden!
Allein, sich diese Frage(n) stellen lassen zu wollen und ehrlich nach einer Antwort zu suchen, kann schon der Anfang sein, sich - auch im Alltag – zu orientieren. An dem, was (uns) wirklich wichtig ist.
Und mehr noch: Wir sind nicht nur die Befragten, sondern dürfen uns ermutigt wissen, Jesu Frage auch anderen zu stellen. „Was willst du, dass ich dir tue?“
Vielleicht gibt es auch in unserer (nächsten) Umgebung Menschen, die sich (mehr oder weniger eindringlich) Hin- und Zuwendung wünschen. Sei es durch den von mir immer wieder verschobenen Telefonanruf, die nicht ausgesprochene oder angenommene Einladung oder den einfachen freundlichen Gruß mitten auf der Straße, der dem anderen zeigt, dass ich ihn oder sie wahrnehme.
Im Lukastext gibt der Blinde übrigens folgende Antwort: Er möchte unbedingt wahrnehmen können. Er möchte sehen. Seine Antwort ist unmissverständlich klar.
Und unsere?
Fragen wir doch einfach einmal. Oder lassen uns fragen.

Gottes Segen im neuen Jahr! Für Sie. Und für Ihr Fragen – an sich, an andere.

Ihre Gemeindereferentin
Jessica Schneider