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Fronleichnam

 

„Mächtig klingen Orgeltöne, festlich hallt der Glockenklang, Mächtiger und feierlicher töne unser Lobgesang…“
So die Worte aus einem Fronleichnamslied.
All dies werden wir in diesem Jahr schmerzlich vermissen: keine Prozession, keine Klänge des Musikvereins, keine mit Fahnen geschmückten Häuser, keine Blumenaltäre usw.
Fronleichnam im Jahre 2020 fällt nicht aus. Aber das Fest ist anders: Natürlich werden wir in den Gottesdiensten an diesem Tag der Einsetzung der Eucharistie gedenken und am Ende des Gottesdienstes singen wir auch das Te Deum. Wenn wir auch in der Corona Zeit gezwungen sind anders die Liturgie unserer Gottes-dienste zu feiern, so stellen wir doch an diesem Tag „die Quelle und den Höhepunkt“ (so die Aussage des 2. Vatikanischen Konzils) in den Mittelpunkt. Gerade in der so bewegten Zeit, braucht es etwas, woran wir uns festmachen können. In der Eucharistie begegnet uns Jesus. Er ist da. Wie er damals beim letzten Abendmahl seinen Jüngern versprochen hat, dass er immer wieder bei ihnen ist, wenn sie dieses Mahl feiern, so glauben und vertrauen wir auch heute darauf, dass uns seine Gegenwart geschenkt worden ist.
Das Sakrament der Eucharistie ist keine Magie, sondern in ihm wird die Gegenwart Gottes für uns deutlich. Ähnlich wie wir in der Prozession die Eucharistie durch unsere Straßen tragen. So können wir darauf vertrauen, dass wir auf unseren Lebenstrassen nicht alleine gehen.
Die Corona Krise zwingt uns Abstand zu halten und die Masken lassen nur einen Blick auf die Augen frei. Vielen Menschen fehlt es, anderen ins Gesicht zu schauen, ihre Mimik zu sehen. Auch die herzliche Umarmung, die zurzeit nicht möglich ist, fördert Distanz. Auch wenn von einer neuen anderen Nähe in der Distanz gesprochen wird, scheint sie dennoch die „alte“ Nähe nicht wirklich zu ersetzen. Distanz und Kontaktlosigkeit halten wir Menschen schwerlich aus. Gerade auch dann, wenn ein guter Händedruck oder eine liebevolle Umarmung uns in einer Situation gut tun würde, z.B. in der Trauer.
Die Eucharistie will uns zeigen Gott kennt keine Distanz. Er lässt sich mit seiner Liebe ganz und gar auf den Menschen ein. Die Eucharistie überwindet nicht nur die Distanz zu Gott, sondern sie verbindet uns Menschen auch untereinander. Wir es-sen von dem einen Brot und erfahren somit die Liebe Gottes, die auch uns untereinander verbindet. Die Verbindung lädt uns zu Solidarität und Nächstenliebe ein. Kein Mensch ist alleine, wenn er mit Gott verbunden ist, ist die Verbindung auch zu den Menschen da!
Ich lade Sie ein, diese Verbindung zu den Menschen und zu Gott am Fronleichnamstag sichtbar zu machen, indem Sie Fahnen an Ihren Häusern oder Kerzen aufstellen! Ich denke, dass dies gerade in der Corona Zeit ein äußeres Zeichen der Gemeinschaft Gott und Mensch und Menschen untereinander sein kann.

Ihr Pfarrer
Bernd Seibel